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Aufgaben und Anwendung von Tellerankern

Telleranker sind Verankerungskonstruktionen, die zwei Funktionen gleichzeitig erfüllen müssen. Sie müssen Lasten zwischen zwei durch eine Abdichtung getrennte Betonbauteile zur Lagesicherung aufnehmen und gleichzeitig einen eventuellen Wasserfluss an dieser Durchdringstelle unterbinden. Telleranker werden in vielfacher Hinsicht in Bauwerken eingebaut wie z.B. bei weißen Wannen, Rampenbauwerken, Parkdecks, Brückenkappen und Verkehrsinseln auf Brücken. Sie sind hauptsächlich in der DIN 18195 und in der RIZ-ING Kap14 geregelt. In der Zwischenzeit gibt es weiter entwickelte Telleranker, deren Funktionen über diese beiden Regelwerke hinaus gehen.

Je nach Anwendungsfall unterscheidet man zwischen Einbetonierankern bei Neubauten, sowie Sanierungsankern im Reparatur- oder Sanierungsfall bei bereits bestehenden Bauwerken.

Einbetonieranker bestehen aus einem Unterteil mit tellerförmigem Festflansch und Gewindehülse, einem Verbindungsgewindestück und einem Oberteil, bestehend aus tellerförmigem Losflansch und Verankerungselementen. Zuerst wird das Unterteil in das erste Betonelement eingebaut. Danach wird die Abdichtung aufgeklebt und mit dem Verbindungsgewindestück zwischen Ober- und Unterteil eingeklemmt. Durch die so erwirkte flächige Pressung zwischen den beiden Flanschen wird der Wasserfluss zur Durchdringstelle hin unterbunden.

Sanierungsanker bestehen aus einem bauaufsichtlich zugelassenem Verbundanker und einem Oberteil, bestehend aus tellerförmigem Losflansch und Verankerungselementen.  Der Verbundanker wird in das bereits bestehende Betonelement eingebaut, danach wird die Abdichtung auf die Betonfläche geklebt und der Losflansch aufgeschraubt. Die flächige Pressung, die den Wasserfluß unterbinden soll, wird im Unterschied zu Einbetonierankern bei Sanierungsankern zwischen der ebenen Betonoberfläche des unteren Betonbauteils und dem Losflansch aufgebaut. Aus diesem Grunde muss die Bohrung rechtwinklig zum bestehenden Betonbauteil ausgeführt werden.

Eine spezielle Form des Sanierungsankers stellt der Durchsteckanker dar. Dieser findet vor allem bei feingliedrigen Bauteilen Anwendung, bei denen die Montage mit einem Verbundanker aufgrund der zu geringen Bauteildicke nicht mehr möglich ist. Zur Montage wird das untere Betonbauteil gänzlich durchbohrt. Anschließend wird das Durchsteckankerunterteil durch diese Bohrung gesteckt. Die Abdichtung wird wiederum zwischen Losflansch und Betonoberfläche des unteren Betonbauteils eingeklemmt. Die Pressung wird bei dieser Art des Sanierungsankers durch eine Mutter oberhalb des Losflansches und einer Ankerscheibe realisiert, die den Anker gegen die Unterseite des durchbohrten Betonbauteiles verspannt.

Diese Verankerungsscheibe wird so ausgebildet, dass Sie einen Neigungsunterschied zwischen der Unterseite des Betonbauteiles und der Pressfläche des Loflansches ausgleicht. Bei größeren Neigungen wird diese Verankerungsscheibe als Keilscheibe ausgebildet.

Unabhängig von der Ausführung der Verankerung ist bei der Verarbeitung grundsätzlich darauf zu achten, dass die Überlappungsstöße der Abdichtung sich außerhalb des Tellerbereiches befinden. Ist dies nicht der Fall, wird die abdichtende Funktion des Tellerankers geschwächt bzw. aufgehoben.

 
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